Wie Lehrkräfte MatheZeit im Unterricht erleben

Praxis

33 Lehrkräfte haben den Einsatz von MatheZeit in der Wirksamkeitsstudie begleitet. Ihre Bewertungen und Rückmeldungen in eigenen Worten – von der Unterrichtsintegration bis zur Diagnostik.

Ob eine Lernplattform im Unterricht wirkt, entscheidet nicht die Technik allein, sondern ihre Einbettung in den Unterricht, und die liegt bei den Lehrkräften. In der Wirksamkeitsstudie zu MatheZeit wurde diese Perspektive deshalb eigens erhoben: Die 33 beteiligten Lehrkräfte bearbeiteten nach mindestens zwei Wochen Einsatz einen Verlaufsfragebogen mit Bewertungsskalen und Freitextfeldern. Dieser Artikel fasst zusammen, wie sie den Einsatz erlebt haben, mit ihren eigenen Worten.

Die Bewertungen im Überblick

Die Lehrkräfte bewerteten sechs Aussagen auf einer Skala von 1 bis 10, und keine einzige Aussage lag im Mittel unter 8. Den höchsten Wert erhielt die Weiterempfehlung: „Ich würde MatheZeit meinen Kolleg:innen empfehlen“ wurde im Mittel mit 9,7 bewertet, und 95 Prozent der Lehrkräfte vergaben dafür volle 9 oder 10 Punkte. Dahinter folgen:

  • „Die Kinder arbeiten gerne mit MatheZeit.“ (9,3)
  • „Die Übersichten helfen bei gezielter Förderung.“ (8,8)
  • „MatheZeit lässt sich gut in den Unterricht einbauen.“ (8,8)
  • „MatheZeit hilft den Kindern beim Lernen.“ (8,5)
  • „MatheZeit kann Vorbereitungs- und Unterrichtszeit sparen.“ (8,2)

Bei jeder dieser Aussagen lagen alle 33 Lehrkräfte im zustimmenden Bereich. Aufschlussreicher als die Zahlen sind aber die Freitextantworten, die sich zu wiederkehrenden Themen verdichten.

Selbstständiges, konzentriertes Arbeiten

Das am häufigsten beschriebene Bild aus dem Unterricht ist eine Klasse, die still und selbstständig arbeitet:

„Die Kinder sind so wahnsinnig motiviert. Sie arbeiten 40 Minuten ohne Unterbrechung ganz still und konzentriert. Am besten finden sie die Duelle.“

Lehrkraft beobachtet zwei Kinder, die konzentriert an Tablets arbeiten

Dieses Erleben passt zu den Rückmeldungen der Kinder selbst: Im direkten Vergleich mit einer etablierten Lernplattform bewerteten sie MatheZeit bei Spaß und Konzentration deutlich besser. Für Lehrkräfte hat die Selbstständigkeit einen praktischen Wert, den eine von ihnen so beschreibt:

„Ich hebe MatheZeiten hervor, die bearbeitet werden müssen. Dann arbeiten die Kinder völlig selbstständig.“

Die Lehrkraft gewinnt dadurch Zeit für das, was nur sie leisten kann: einzelne Kinder gezielt zu unterstützen, während die Klasse arbeitet.

So läuft eine Stunde mit MatheZeit

In den Freitexten beschreiben die Lehrkräfte, wie eine typische Stunde bei ihnen aussieht, und die Abläufe ähneln sich:

„Alle Kinder bekommen ein iPad, wir besprechen kurz das heutige Thema und eventuell Informationen, die sie benötigen, und dann loggen sich die Kinder ein und arbeiten. Zunächst die von mir angepinnte MatheZeit, danach dürfen sie die Knobelbox und Duelle spielen.“

„Kurzer Impuls und Einführung zum Thema, iPads holen, MatheZeit starten. Abschluss mit Feedback-Runde.“

Eine Lehrkraft aus einer jahrgangsübergreifenden Klasse beschreibt einen Einsatz, der ohne die Plattform organisatorisch schwierig wäre:

„Wir unterrichten jahrgangsübergreifend. Häufig nutze ich die MatheZeit, wenn ich einer Gruppe (dritte oder vierte Klasse) etwas erklären will; die andere Gruppe arbeitet dann zu passenden Themen, die ich hervorhebe. Sie arbeiten so konzentriert und leise.“

Dass die Kinder sich dabei selbst orientieren können, führt eine weitere Rückmeldung auf den Aufbau zurück:

„Die Oberfläche ist wunderbar ansprechend gestaltet, der Lernpfad für die Kinder nachvollziehbar. Das finde ich sehr wichtig, da die Kinder so immer genau wissen, wo sie gerade stehen.“

Flexibel in den Unterricht einbauen

Mehrere Lehrkräfte beschreiben die Plattform als Möglichkeit, Themen abzudecken, die im Schulalltag sonst zu kurz kommen:

„Mit der MatheZeit kann ich Themen, die im Unterricht oft hintenanstehen (Geometrie, Größen), schnell in den Unterricht einbinden.“

Die Inhalte sind an den Fachanforderungen orientiert und nach Themen strukturiert; Lehrkräfte wählen aus, was zur aktuellen Unterrichtsphase passt, und steuern über die Klasseneinstellungen, welche Bereiche ihre Klasse sieht. Eine Lehrkraft merkt an, dass auch jüngere Klassen damit arbeiten können:

„Die Kinder sind motiviert. Die Aufgaben haben einen hohen Aufforderungscharakter. Auch die zweiten Klassen können damit schon arbeiten.“

Verstehen statt Abarbeiten

Auffällig oft grenzen die Lehrkräfte MatheZeit von reinen Übungsprogrammen ab:

„Es handelt sich viel mehr um wirkliches Grundverständnis und Modellieren. Andere Apps sind nur zum Üben gut.“

„Es ist kein Abarbeiten, sondern ein Verstehen.“

Genannt werden dabei die Knobelbox („ein Alleinstellungsmerkmal für sich“), der hohe schriftsprachliche Anteil, bei dem Kinder genau lesen üben, und die adaptiven Aufgaben:

„Die vielfältigen und adaptiven Aufgaben eignen sich besonders, ohne großen Aufwand alle Kinder abzuholen.“

Auch der Tutor Mazio und das adaptive System tauchen in den Rückmeldungen auf, mit genau den Eigenschaften, auf die sie gebaut sind:

„Mazio als kleiner Helfer gibt gekonnt Tipps und hilft den Schülern weiter, ohne vorzusagen. Er wird gern von den Kindern genutzt. Das System passt sich den Schülerleistungen an, hilft, lobt und unterstützt. Kleine spielerische Elemente wie das Sammeln von Tieren und Accessoires sind keine Zeitfresser, gehen kurz und knapp vonstatten und motivieren.“

Diagnostik: sehen, wo die Klasse steht

Ein wiederkehrendes Motiv ist der diagnostische Nutzen der Auswertungen:

„Die Diagnostik hilft mir bei der Einschätzung der Kinder. Ich schaue mir in der Regel den Wochenbericht an.“

„Ich arbeite zurzeit mit zwei Parallelklassen an der MatheZeit und bin erstaunt, wie genau die Diagnostik die Klassen widerspiegelt. Ich freue mich über die Vorschläge zum Aufholen oder zur Vertiefung. Das erleichtert die Arbeit.“

Hinter dem Wochenbericht steht unter anderem die Fehlvorstellungs-Diagnostik: Aus den tatsächlichen Falschantworten rekonstruiert MatheZeit wiederkehrende Fehlermuster und benennt sie fachlich, etwa wenn ein Kind beim Umrechnen 4 kg zu 400 g macht, weil der Umrechnungsfaktor nicht an die Einheit gebunden ist. Statt eines pauschalen „schwach in Mathe“ erhält die Lehrkraft ein konkret benanntes Muster, an dem sich gezielt arbeiten lässt. Das Verfahren ist dabei bewusst zurückhaltend: Eine hohe Fehlerquote allein löst keine Diagnose aus, denn wenn viele Kinder an einer schweren Aufgabe scheitern, liegt das an der Aufgabe und nicht an den Kindern. Wie diese Klassenauswertung aufgebaut ist, beschreibt der Artikel Wenn viele Kinder denselben Fehler machen.

„Würden Sie MatheZeit weiterempfehlen?“

Am Ende des Fragebogens stand die Frage, ob die Lehrkräfte MatheZeit ihren Kolleginnen und Kollegen weiterempfehlen würden. Neben der Bewertung von 9,7 von 10 Punkten sind vor allem die frei formulierten Antworten aufschlussreich:

„Unbedingt. Ich habe schon ganz viel Werbung gemacht.“

„Auf jeden Fall. Die Schüler üben sinnvoll, haben Spaß dabei und es erleichtert die Vorbereitung des Unterrichts sowie die Diagnostik.“

„Ja, habe ich schon – als Mathe-Rätsel-Ersatz schnell einsetzbar!“

„Ich bin von Anfang an dabei. Jetzt ist es auf ein neues Level gehoben. Ich hoffe, dass ich die App bald den Kolleg:innen vorstellen kann.“

„Mein ‚Mathe-Genie' hatte leuchtende Augen und ist grundsätzlich sehr kritisch – mehr Empfehlung gibt es nicht.“

Und ein Wunsch für die Zukunft, den wir gerne aufnehmen:

„Vielleicht für die erste bis zehnte Klasse weiterentwickeln. Das kann richtig gut werden.“

Die Rückmeldungen beruhen auf Selbstauskünften der Lehrkräfte, nicht auf Unterrichtsbeobachtungen, und sind als Hinweis auf Passung und Praxistauglichkeit zu lesen. Gerade darin liegt ihr Wert: Sie zeigen, dass die in der Studie gemessene Wirkung in einem Unterricht entsteht, den Lehrkräfte als praktikabel, motivierend und diagnostisch nützlich erleben, und den sie nahezu geschlossen weiterempfehlen.

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