Eine Mathe-App an der ganzen Grundschule einführen: Schritt für Schritt

Praxis

Vom Test in einer Klasse bis zum Beschluss der Fachkonferenz: wie Grundschulen eine Mathe-App oder Lernplattform einführen, ohne das Kollegium zu überfordern.

Kurz gesagt: Fangen Sie klein an. Zwei Lehrkräfte testen die App einige Wochen regelmäßig mit ihren Klassen. Parallel klärt die Schulleitung den Datenschutz. Die Erfahrungen gehen in die Fachkonferenz, die über den Einsatz an der ganzen Schule berät. Erst dann folgen Lizenz, Einführung im Kollegium und ein fester Platz im Stundenplan. Entscheidend ist regelmäßige Nutzung in der Testphase, nicht die Zahl der Klassen.

Viele digitale Werkzeuge werden an Grundschulen nach der Anschaffung kaum genutzt. An der Technik liegt das selten. Die folgenden Schritte haben sich bewährt. Sie gelten für jede Mathe-App. An einigen Stellen beschreiben wir, wie es mit MatheZeit konkret geht.

Schritt 1: In zwei Klassen testen

Wählen Sie zwei Lehrkräfte, die Lust darauf haben, am besten aus verschiedenen Jahrgängen. Wichtig ist Regelmäßigkeit: lieber zweimal pro Woche eine kurze Übungsphase als einmal im Monat eine Stunde. Nur so zeigt sich, ob die App im Alltag trägt.

Achten Sie in der Testphase auf diese Fragen:

  • Kommen die Kinder ohne Hilfe hinein?
  • Arbeiten sie konzentriert, oder klicken sie sich durch?
  • Erfahren Sie als Lehrkraft etwas, das Sie vorher nicht wussten?

Mit MatheZeit: Lehrkräfte legen kostenlos ein Konto und eine Klasse an. Jedes Kind bekommt eine Zugangskarte mit eigenem Code. Sie legen eine MatheZeit auf die Tafel, und die Kinder üben jedes auf seinem Niveau.

Schritt 2: Datenschutz klären

Sobald Ergebnisse einzelner Kinder gespeichert werden, braucht die Schule einen Vertrag zur Auftragsverarbeitung mit dem Anbieter. Den schließt die Schulleitung. Beziehen Sie die oder den Datenschutzbeauftragten früh ein und tragen Sie die App in das Verzeichnis der Verarbeitungstätigkeiten ein. Unsere Prüfliste Datenschutz hilft bei der Einschätzung.

Mit MatheZeit: Die Schule stimmt der Datenschutzvereinbarung einmal online zu. Die Schulleitung bekommt dafür eine E-Mail, in der alles vorbereitet ist. Damit sind keine Kosten verbunden. Bis dahin können die Kinder schon üben, gespeichert wird noch nichts.

Schritt 3: In der Fachkonferenz beraten

Die Fachkonferenz Mathematik ist der richtige Ort für die Entscheidung. Bereiten Sie drei Dinge vor:

  1. Ziel: Wofür soll die App eingesetzt werden? Zum Beispiel, um die Basiskompetenzen zu sichern, um Fehlvorstellungen früher zu erkennen oder für das Üben in heterogenen Klassen.
  2. Erfahrungen aus dem Test: Was haben die zwei Lehrkräfte beobachtet? Was hat die App über die Kinder gezeigt?
  3. Rahmen: In welchen Jahrgängen, wie oft pro Woche, im Unterricht oder auch zu Hause?

Hilfreich ist ein kurzer Blick in die App während der Sitzung, damit alle wissen, worüber sie sprechen.

Schritt 4: Finanzierung und Lizenz

Klären Sie, wer bezahlt: Schulträger, ein Landesprogramm für digitale Medien oder an Startchancen-Schulen das Chancenbudget. Eine Übersicht über Preise und Wege finden Sie im Artikel Was kostet eine Mathe-Lernplattform für die Grundschule?

Schritt 5: Das Kollegium mitnehmen

Neue Werkzeuge kosten Kraft. Machen Sie den Einstieg so klein wie möglich:

  • Eine kurze Einführung für alle, am besten mit den zwei Lehrkräften aus dem Test.
  • Tandems: Wer schon Erfahrung hat, unterstützt eine Kollegin oder einen Kollegen.
  • Ein gemeinsamer Startpunkt: zum Beispiel dieselbe Übung in allen Klassen eines Jahrgangs in der ersten Woche.

Mit MatheZeit: Es gibt eine kostenlose Online-Fortbildung von 45 Minuten mit Teilnahmebescheinigung und ein Startvideo.

Schritt 6: Nach einigen Wochen auswerten

Schauen Sie gemeinsam hin: Wird die App genutzt? Was zeigt sie über die Klassen? Wo braucht es eine gemeinsame Unterrichtsphase? Eine kurze Rückschau in der nächsten Fachkonferenz reicht.

Typische Einwände und Antworten

EinwandWas hilft
„Wir haben schon ANTON.“Klären, was fehlt. Viele Schulen nutzen mehrere Werkzeuge für verschiedene Zwecke. Siehe MatheZeit oder ANTON.
„Das muss erst die Datenschutzbeauftragte prüfen.“Richtig so. Geben Sie ihr die Unterlagen des Anbieters und die Prüfliste.
„Das Kollegium hat keine Kraft für noch ein Tool.“Mit zwei Klassen anfangen und erst erweitern, wenn es sich bewährt.
„Wir haben nicht genug Geräte.“Kinder können zu zweit an einem Gerät arbeiten. Kurze Übungsphasen reichen.
„Kostenlos bis Dezember, und dann kommt die Rechnung.“Vorher klären, was danach gilt und wer entscheidet. Bei MatheZeit endet die Probe ohne automatische Verlängerung.

Häufige Fragen

Wie viele Klassen sollten in der Testphase mitmachen?

Zwei regelmäßig nutzende Klassen sind aussagekräftiger als acht, die es einmal ausprobieren.

Muss die Schulkonferenz zustimmen?

Wer an der Schule über digitale Lernmittel entscheidet, regelt das Schulgesetz Ihres Landes. Im Zweifel hilft eine kurze Nachfrage beim Schulamt. Für Bayern, Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Brandenburg finden Sie die Regeln auf unseren Länderseiten, zum Beispiel Bayern.

Sollen die Kinder auch zu Hause üben?

Das entscheidet die Schule. Für den Anfang ist der Einsatz im Unterricht einfacher, weil alle Kinder dieselben Voraussetzungen haben.

Noch eine Frage offen?

Schreib uns – wir helfen gerne weiter.

Zum Kontakt →
← Zurück zum Blog