Mathe-Lernplattform in Bayern: ByCS, mebis und Fachangebote

Länder Veröffentlicht am MatheZeit-Redaktion

Welche Rolle ByCS und die frühere mebis-Lernplattform für Mathe an bayerischen Grundschulen spielen und wie fachliche Übungsangebote dazu passen.

Kurz gesagt: Die BayernCloud Schule (ByCS) ist die Landesinfrastruktur für den digitalen Unterricht in Bayern, mit Lernplattform, Mediathek, Kommunikation und Speicher, kostenfrei für alle Schulen. Die frühere „mebis Lernplattform“ heißt seit Februar 2026 nur noch „Lernplattform“ der ByCS. Sie ist vor allem ein Ort für Kurse, Material und Kommunikation. Fachliche Angebote wie MatheZeit ergänzen sie; MatheZeit ist eigenständig, Lehrkräfte registrieren sich direkt und brauchen keinen Zugang über das Land.

Dieser Artikel richtet sich an Lehrkräfte und Schulleitungen an bayerischen Grundschulen. Er ordnet, was die ByCS für den Mathematikunterricht bereitstellt, wo ein fachliches Übungsangebot dazukommt und was dabei für Datenschutz und Anmeldung gilt. Stand der Angaben über die ByCS: November 2026.

Was ByCS und mebis heute sind

Nach dem Kultusministerium ist die BayernCloud Schule eine Plattform mit zentral bereitgestellten Anwendungen, die kostenfrei an allen Schulen in Bayern genutzt werden können. Die Schulleitung aktiviert die Angebote für ihre Schule. Kinder und Lehrkräfte melden sich mit einer Kennung an vielen Anwendungen an.

Der Name mebis begegnet Lehrkräften noch oft. Nach dem Kontaktbrief des ISB vom Februar 2026 hat die „mebis Lernplattform“ am 16.02.2026 den Namensbestandteil „mebis“ abgelegt und heißt seither „Lernplattform“ der ByCS. Inhalte und Funktionen bleiben erhalten, Weiterleitungen sind eingerichtet.

Anwendung der ByCSWofür sie im Mathematikunterricht dient
Lernplattform (früher mebis)Kurse anlegen, Material bereitstellen, Aufgaben einsammeln, Lernprozesse begleiten
BoardOnline-Tafel für Notizen, Arbeitsblätter und Tafelbilder
Mediathek, teachSHARE, Tube, Digitale LernaufgabenFertige Medien und Aufgaben, auch zum Teilen im Kollegium
KurzlinksZugang zu Lerninhalten per QR-Code oder kurzer Adresse
Videokonferenz, Dienst-E-Mail, Messenger, DriveKommunikation und Ablage
VIDISAnbindung externer Angebote wie digitaler Schulbücher

Quellen: Kultusministerium Bayern, BayernCloud Schule, ISB Kontaktbrief 02/26, Stand November 2026.

Wo ein fachliches Übungsangebot dazukommt

Eine Lernplattform organisiert Unterricht: Sie verteilt Material, sammelt Ergebnisse ein und hält Kurse zusammen. Was in einer Aufgabe passiert, bestimmt das Material, das die Lehrkraft hineinlegt. Ein fachliches Übungsangebot für Mathematik setzt eine Ebene tiefer an. Es bringt die Aufgaben selbst mit, wertet die Eingaben der Kinder fachlich aus und kann die Schwierigkeit anpassen. Den Unterschied zwischen Lernmanagementsystem und Übungsprogramm erklärt der Artikel über Lern-Apps und Lernplattformen in der Grundschule.

FrageLernplattform der ByCSFachliches Mathe-Angebot
Woher kommen die Aufgaben?Von der Lehrkraft, aus Mediathek oder teachSHAREVom Anbieter, didaktisch aufgebaut
Passt sich die Schwierigkeit an?Nur, wenn das eingestellte Material das kannJe nach Angebot ja
Was sieht die Lehrkraft?Abgaben, Bearbeitungsstand im KursJe nach Angebot fachliche Auswertung
Kosten für die SchuleKostenfreiMeist Lizenz
DatenschutzVom Land bereitgestelltEigener Vertrag der Schule nötig

Für die Grundschule heißt das praktisch: Die Lernplattform bleibt der Ort für Kurse, Wochenpläne und Kommunikation. Für tägliches Üben mit fachlicher Rückmeldung kommt ein Fachangebot dazu. Wer ein externes Angebot nutzt, schließt nach der Bekanntmachung zum Datenschutz an Schulen als Schule einen Vertrag über die Auftragsverarbeitung und trägt die Verarbeitung ins Verzeichnis der Verarbeitungstätigkeiten ein. Ob zusätzlich eine Datenschutz-Folgenabschätzung nötig ist, erklärt der Artikel darüber, wann eine Schule eine Folgenabschätzung braucht und wer sie erstellt.

Wie MatheZeit neben der ByCS arbeitet

MatheZeit ist eine Lernplattform für den Mathematikunterricht der Grundschule und ein eigenständiges Angebot der MatheZeit UG (haftungsbeschränkt). Lehrkräfte registrieren sich direkt auf mathezeit.de mit ihrer dienstlichen E-Mail-Adresse, legen ihre Klasse selbst an und brauchen keinen Zugang über das Land. Eine Kennung der ByCS braucht MatheZeit dafür nicht. Die Lehrkraft arbeitet mit ihrem eigenen Konto, die Kinder melden sich mit ihrem Zugangscode an.

Anmeldung der Kinder. Es gibt keine Schülerkonten. Jedes Kind meldet sich mit einem eigenen achtstelligen Zugangscode oder seiner Zugangskarte an. „Karten drucken“ erzeugt ein A4-Blatt mit Karten zum Ausschneiden, auf jeder stehen Code, QR-Code und ein Tier. Die Kinder öffnen mathezeit.de oder die MatheZeit-App und scannen ihre Karte. Namen sind freiwillig; trägt die Lehrkraft sie ein, werden sie mit ihrer PIN verschlüsselt und sind nur auf ihrem Gerät lesbar.

Was die Kinder bekommen. Die Kinder arbeiten in drei Bereichen: MatheZeiten bauen ein Thema Schritt für Schritt auf, das Basiscamp baut Rechenfertigkeiten auf, die Knobelbox fördert das Problemlösen. Die Schwierigkeit passt sich dem bisherigen Bearbeitungsverlauf jedes Kindes an. Macht ein Kind einen Fehler, hilft der Lernassistent Mazio direkt in der Aufgabe, mit einer Rückfrage, mit Markierungen im Bild und bei Bedarf mit einem vorgegebenen Teilschritt. Die Lösung nennt er nicht.

Was die Lehrkraft tut. Jede Klasse hat ihre eigene Tafel. Die Lehrkraft legt eine MatheZeit mit dem Plus auf die Tafel, und die Kinder sehen sie sofort auf ihren Geräten. Unter „Ergebnisse“ sieht sie, wo die Klasse in den fünf Leitideen steht und welche Fehlvorstellungen in der Klasse auftauchen.

Ein Beispiel. Eine zweite Klasse arbeitet mit einem Wochenplan-Kurs auf der Lernplattform der ByCS. Die Lehrkraft schreibt in den Kurs den Auftrag „Mathe-Übung auf der Tafel in MatheZeit“ und legt in MatheZeit die passende MatheZeit auf die Tafel der Klasse. Die Kinder öffnen die App, scannen ihre Karte und üben. Wochenplan und Ablage bleiben in der ByCS.

Datenschutz. Die Schule schließt die Datenschutzvereinbarung mit der MatheZeit UG online ab; die Zustimmung kostet nichts. Für staatliche Schulen gilt die Bekanntmachung zum Datenschutz an Schulen, danach schließt die Schule als Verantwortliche ab. Personenbezogene Daten der Kinder speichert und verarbeitet MatheZeit ausschließlich in Deutschland. Alle Unterlagen stehen unter Datenschutz für Schulen. Was Bayern für Lern-Apps an Grundschulen verlangt, fasst der Artikel zu Auftragsverarbeitung, Verzeichnis und Löschfristen an bayerischen Grundschulen zusammen.

Kosten und Start. Für Lehrkräfte ist MatheZeit kostenlos. Für den Einsatz mit den Kindern erwirbt die Schule eine Klassenlizenz für 179 € je Klasse und Schuljahr oder eine Schullizenz für 7,00 € je Kind und Schuljahr, jeweils inklusive Umsatzsteuer. Die Schule kann MatheZeit vorher kostenlos mit den Kindern erproben. Wie Lizenzen in Bayern bezahlt werden können, steht im Artikel über Budget und Pauschale für Lernsoftware in Bayern ab 2027, die Zuordnung zum Lehrplan im Artikel über die Lernbereiche des LehrplanPLUS und passende digitale Übungen. Alles für den Start steht auf der Seite MatheZeit in Bayern; ein Konto legen Sie unter kostenlos registrieren an.

Häufige Fragen

Gibt es mebis noch?

Die Lernplattform gibt es weiter, den Namen mebis hat sie am 16.02.2026 abgelegt. Sie heißt jetzt „Lernplattform“ der BayernCloud Schule. Inhalte und Funktionen sind laut ISB erhalten geblieben, alte Links werden weitergeleitet.

Brauche ich für MatheZeit einen Zugang über die ByCS?

Nein. MatheZeit ist ein eigenständiges Angebot. Sie registrieren sich direkt auf mathezeit.de, legen die Klasse selbst an, und die Kinder melden sich mit ihrem Zugangscode oder ihrer Zugangskarte an.

Ist die ByCS für Schulen kostenlos?

Ja. Nach dem Kultusministerium können die Anwendungen der BayernCloud Schule kostenfrei an allen Schulen in Bayern genutzt werden. Für zusätzliche Fachangebote, die nicht vom Land bereitgestellt werden, fallen in der Regel Lizenzkosten an.

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