Lehrplan Mathematik NRW 2021: digitale Übung für die Grundschule

Länder Veröffentlicht am MatheZeit-Redaktion

Wie digitale Mathe-Übungen zum Lehrplan Mathematik NRW von 2021 passen, mit Bereichen, Schwerpunkten und Kompetenzerwartungen am Ende von Klasse 2 und 4.

Kurz gesagt: Digitale Übung passt gut zum Lehrplan Mathematik NRW von 2021, vor allem dort, wo Kinder automatisieren sollen, und der Lehrplan nennt digitale Werkzeuge an mehreren Stellen ausdrücklich. Er gliedert das Fach in fünf Kompetenzbereiche (Prozesse) und vier inhaltliche Bereiche mit Schwerpunkten. Kompetenzerwartungen formuliert er für das Ende der Schuleingangsphase und das Ende von Klasse 4. MatheZeit ordnet seine Inhalte nach den fünf Leitideen der Bildungsstandards, auf denen der Lehrplan beruht.

Dieser Artikel richtet sich an Lehrkräfte an Grundschulen in Nordrhein-Westfalen, die digitale Übungen in ihren Arbeitsplan einbauen wollen. Er fasst den Aufbau des Lehrplans zusammen, nennt die Kompetenzerwartungen, bei denen Übung am Tablet naheliegt, und zeigt, wie sich digitale Übung und Arbeit am Tisch ergänzen. Stand: November 2026.

Wie der Lehrplan aufgebaut ist

Der Lehrplan für die Primarstufe, Fach Mathematik wurde mit Runderlass vom 1. Juli 2021 eingeführt. Er gilt aufsteigend für alle Kinder, die ab dem 1. August 2022 in Klasse 1 eingetreten sind (BASS 15-1). Im Schuljahr 2026/27 arbeiten damit alle Grundschulklassen nach ihm.

Der Lehrplan unterscheidet die Kompetenzbereiche Problemlösen, Modellieren, Kommunizieren, Argumentieren und Darstellen von vier inhaltlichen Bereichen. Muster und Strukturen bilden keinen eigenen Bereich. Sie sind nach dem Lehrplan „integraler Bestandteil des gesamten Mathematikunterrichts“. Steht eine Kompetenzerwartung nicht getrennt nach Phasen da, soll sie schon am Ende der Schuleingangsphase erreicht sein und in Klasse 3 und 4 vertieft werden.

BereichSchwerpunkteBeispiel Ende SchuleingangsphaseBeispiel Ende Klasse 4
Zahlen und OperationenZahlverständnis, Operationsverständnis, schnelles Kopfrechnen, Zahlenrechnen, Ziffernrechnen, überschlagendes Rechnen, flexibles RechnenZahlensätze des kleinen Einspluseins automatisiert wiedergeben, Kernaufgaben des Einmaleins automatisiert wiedergebenalle Zahlensätze des kleinen Einmaleins automatisiert wiedergeben, schriftliche Verfahren der Addition, Subtraktion und Multiplikation sicher ausführen
Raum und FormRaumorientierung und Raumvorstellung, ebene Figuren, Körper, Symmetrie, ZeichnenGrundformen identifizieren und mit Fachbegriffen beschreibenFlächeninhalt und Umfang bestimmen und vergleichen, auch mit digitalen Mathematikwerkzeugen
Größen und MessenGrößenvorstellung und Umgang mit Größen, Sachsituationeneinfache Uhrzeiten auf analogen und digitalen Uhren benennenmit Größen rechnen, auch mit Dezimalzahlen
Daten, Häufigkeiten und WahrscheinlichkeitenDaten und Häufigkeiten, WahrscheinlichkeitenDaten in Diagrammen und Tabellen darstellenDaten darstellen, auch mit digitalen Mathematikwerkzeugen; Wahrscheinlichkeit einfacher Ereignisse beschreiben

Quelle: Lehrplan Mathematik Primarstufe NRW, Kapitel 2, Stand November 2026. Die Beispiele sind gekürzt; maßgeblich ist der Wortlaut.

Wo digitale Übung zum Lehrplan passt

Automatisieren. Beim schnellen Kopfrechnen verlangt der Lehrplan ausdrücklich, dass Kinder Zahlensätze „automatisiert“ wiedergeben. Dafür braucht es viele kurze Wiederholungen mit Rückmeldung. Hier kann digitale Übung Zeit im Unterricht tragen, weil jedes Kind in seinem Tempo arbeitet.

Digitale Mathematikwerkzeuge. Bei Mustern, ebenen Figuren, Symmetrie, Würfelgebäuden, Sachaufgaben und Daten steht der Zusatz „auch unter Verwendung digitaler Mathematikwerkzeuge“. Beim flexiblen Rechnen am Ende von Klasse 4 heißt es, die Kinder „verwenden ggf. digitale Mathematikwerkzeuge“. Medienbildung und Bildung für die digitale Welt nennt der Lehrplan zudem als Querschnittsaufgabe.

Gespräch und Material. Kommunizieren und Argumentieren entwickeln sich vor allem im Gespräch. Das Erläutern der schriftlichen Rechenverfahren, das Zeichnen mit Zirkel und Geodreieck und das Messen mit echten Messgeräten gehören an den Tisch. Digitale Übung ergänzt diese Phasen.

Leistung. In der Schuleingangsphase werden Leistungen nach dem Lehrplan ausschließlich im Lernprozess beobachtet und ohne Noten bewertet. Ergebnisse aus einer Übungsplattform dienen deshalb der Förderung.

Für die Planung bietet der Lehrplannavigator Mathematik Primarstufe ein Beispiel für schuleigene Unterrichtsvorgaben und Material zur Einbindung des Medienkompetenzrahmens NRW. Wie Sie den Stand Ihrer Klasse nach Leitideen erfassen, beschreibt der Artikel Lernstand der Klasse nach Leitideen, eine tägliche Übungszeit der Artikel Basiskompetenzen in Mathe fördern.

Wie MatheZeit zum Lehrplan in Nordrhein-Westfalen passt

MatheZeit ist eine Lernplattform für den Mathematikunterricht der Grundschule. Die Inhalte sind nach den fünf Leitideen der Bildungsstandards geordnet (Zahlen und Operationen, Raum und Form, Größen und Messen, Muster und Strukturen, Daten und Zufall) und für die Doppeljahrgänge 1/2 und 3/4 angelegt. Der Lehrplan Mathematik von 2021 beruht auf den KMK-Bildungsstandards. Zahlen und Operationen, Raum und Form sowie Größen und Messen heißen in beiden gleich, der Bereich Daten, Häufigkeiten und Wahrscheinlichkeiten entspricht der Leitidee Daten und Zufall. Muster und Strukturen, im Lehrplan durchgängiges Prinzip, hat in MatheZeit eigene Inhalte. Welche MatheZeit wann passt, entscheiden Sie nach Ihrem Stoffverteilungsplan. Wie Sie digitale Übungen dort einordnen, zeigt der Artikel Stoffverteilungsplan mit digitalen Übungen planen.

Zum Zahlverständnis und schnellen Kopfrechnen üben zum Beispiel die Basiscamp-Welten „Zahlen bis 100“, „Plus und Minus bis 100“, „Mal und Geteilt“ und „Zahlen verstehen bis 1 Million“. Beim Zahlen- und Ziffernrechnen führt das Basiscamp von den halbschriftlichen bis zu den schriftlichen Verfahren, bis zum schriftlichen Dividieren. Zu Raum und Form passen MatheZeiten wie „Parallel und senkrecht“, zu Größen und Messen gibt es MatheZeiten für Klasse 2 wie für Klasse 3 und 4, zu Daten, Häufigkeiten und Wahrscheinlichkeiten etwa „Häufigkeiten: zählen und darstellen“ und „Wahrscheinlichkeiten schätzen“. Problemlösen und Argumentieren üben die Kinder in der Knobelbox und in „Die Fehlerdetektive“, wo sie prüfen, ob Lösungen stimmen. Welche Inhalte zu jedem Schwerpunkt des Lehrplans passen, zeigt die Seite „Lehrplan“ im Dashboard.

Die Seite „Lehrplan“. Im Dashboard zeigt „Lehrplan“ den Mathematik-Lehrplan des Bundeslands Ihrer Schule, sofern er hinterlegt ist, mit Stand, Gültigkeit und einem Link zum amtlichen Dokument. Zu jedem Schwerpunkt steht, wie viele MatheZeiten, Basiscamp-Übungen und Knobelbox-Aufgaben passen. Aufgeklappt zeigt ein Schwerpunkt links Kompetenzen und Inhalte, rechts unter „Passt dazu in MatheZeit“ das Material, das Sie direkt im Unterricht öffnen. Mit „Klasse 1/2“ und „Klasse 3/4“ filtern Sie, die Suche findet Themen wie „Zahlenstrahl“ oder „Geld“.

Vom Plan auf die Tafel. Unter „Unterricht“ wählen Sie die Klasse, stellen im Regal die Klassenstufe ein und legen eine Karte mit dem Plus auf die Tafel. Die Kinder sehen den Inhalt sofort auf ihren Geräten. Die Schwierigkeit passt sich dem bisherigen Bearbeitungsverlauf jedes Kindes an, auch wenn die ganze Klasse dieselbe MatheZeit bearbeitet. Im Basiscamp gilt eine Übung erst als geschafft, wenn mehrere Aufgaben hintereinander beim ersten Versuch und ohne Hilfe gelingen, und was länger nicht geübt wurde, kommt wieder an die Reihe. Das passt zum Automatisieren, das der Lehrplan beim schnellen Kopfrechnen verlangt.

Ein Beispiel. Eine Lehrkraft einer vierten Klasse plant den Schwerpunkt „schnelles Kopfrechnen“ mit dem Ziel, dass alle Einmaleinssätze sitzen. Sie legt die Unterwelten zum Einmaleins aus der Basiscamp-Welt „Mal und Geteilt“ bis Freitag auf die Tafel und schreibt als Notiz „Erst das Einmaleins, dann die Knobelbox“. Unter „Ergebnisse“ sieht sie nach einigen Stunden, welche Bereiche im ersten Versuch saßen, und „Noch einmal auf die Tafel“ schlägt die Unterwelten vor, die noch nicht sitzen. Das Erläutern der Rechenwege bespricht sie weiter im Sitzkreis.

Was für den Start in Ihrem Land gilt, steht auf der Seite MatheZeit in Nordrhein-Westfalen. Welche Inhalte es je Doppeljahrgang gibt, zeigen die Seiten Mathematik in Klasse 1 und 2 und Mathematik in Klasse 3 und 4. Für den ersten Schritt legen Sie unter kostenlos registrieren ein Konto an; für Lehrkräfte ist MatheZeit kostenlos.

MatheZeit als ergänzendes Lernmittel in Nordrhein-Westfalen

In Nordrhein-Westfalen werden Lernmittel eingeführt, wenn sie zugelassen sind. Neben dem Verzeichnis zugelassener Lernmittel gibt es die pauschale Zulassung. Zu ihr zählen laut Schulministerium digitale Lernmittel, die Lehrkräfte in eigener Verantwortung für ausgewählte Themen einsetzen, und ergänzende Bildungsmedien. Seit dem Runderlass vom 30. November 2025 nennt die Liste ausdrücklich auch Lernstandsanalysen und Diagnostiktools.

MatheZeit wird ergänzend zum eingeführten Lehrwerk eingesetzt und verbindet Übung mit lernbegleitender Diagnose. Als ergänzendes Angebot, das Lehrkräfte in eigener Verantwortung einsetzen, gehört MatheZeit zu den pauschal zugelassenen Lernmitteln. Eine zentrale Zulassung durch das Ministerium braucht es dafür nicht. Ob die Voraussetzungen erfüllt sind, prüft die Schule wie bei allen pauschal zugelassenen Lernmitteln selbst, die Unterlagen dazu stehen unter Unterlagen für Schulen.

Häufige Fragen

Gilt der Lehrplan Mathematik von 2021 schon für alle Klassen?

Ja. Er gilt aufsteigend für Kinder, die ab dem 1. August 2022 in Klasse 1 eingetreten sind. Seit dem Schuljahr 2025/26 umfasst das alle Jahrgänge der Grundschule.

Verlangt der Lehrplan NRW digitale Werkzeuge im Mathematikunterricht?

Er nennt sie an vielen Stellen, meist mit dem Zusatz „auch unter Verwendung digitaler Mathematikwerkzeuge“. Wie stark Sie sie einsetzen, legt die Schule in ihren schuleigenen Unterrichtsvorgaben fest.

Warum fehlt „Muster und Strukturen“ als Bereich im Lehrplan NRW?

Der Lehrplan behandelt Muster und Strukturen als Bestandteil des gesamten Unterrichts. Die Bildungsstandards führen sie als eigene Leitidee, und so ordnet auch MatheZeit seine Inhalte.

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