Mathe-Förderung im Unterricht, ohne zusätzliches Material zu erstellen
Wie Lehrkräfte Kinder in Mathe im laufenden Unterricht fördern, ohne eigenes Material zu erstellen, mit Beispielen für Klasse 2 und 3 und fertigen Hilfen.
Kurz gesagt: Förderung im laufenden Mathematikunterricht gelingt mit kurzen, regelmäßigen Übungsphasen, mit dem gezielten Aufgreifen einer Fehlvorstellung im Gespräch und mit Material, das ohnehin im Klassenraum liegt, etwa Zwanzigerfeld, Hundertertafel oder Stellenwerttafel. Fertige Diagnose- und Fördermaterialien gibt es zum Beispiel bei PIKAS und Mathe sicher können. In MatheZeit erklärt eine Förderkarte die Fehlvorstellung der Klasse, nennt Schritte für den Unterricht und schlägt passende Inhalte vor, die die Lehrkraft mit einem Tipp auf die Tafel legt.
Dieser Artikel richtet sich an Lehrkräfte in Klasse 2 und 3, die Kinder mit Lücken im Unterricht selbst fördern wollen, ohne nachmittags Arbeitsblätter zu erstellen. Er beschreibt Bausteine der Förderung im Regelunterricht, zwei Beispiele und danach, wie MatheZeit dabei hilft. Um erste Hinweise auf eine Rechenschwäche geht es im Artikel Erste Anzeichen in Klasse 1 und 2 und wann eine fachliche Diagnostik nötig ist.
Bausteine der Förderung im Regelunterricht
| Baustein | So sieht es aus | Was Sie vorbereiten |
|---|---|---|
| Kurze tägliche Übung | Zehn Minuten am Stundenbeginn zu einem Grundlagenthema, etwa Zerlegen oder Ergänzen bis zur 10. | Eine Folge von Aufgaben an der Tafel |
| Einen Fehler gemeinsam besprechen | Eine typische falsche Lösung wird anonym gezeigt, die Klasse sucht den Denkfehler. | Ein Beispiel aus den Heften der Kinder |
| Vorhandenes Material | Zwanzigerfeld, Rechenrahmen, Hundertertafel, Stellenwerttafel, Rechengeld. | Nichts Neues, das Material liegt im Raum |
| Kinder erklären sich gegenseitig | Partnerkinder erklären einen Rechenweg und prüfen ihn mit Material. | Feste Partner und eine Leitfrage |
| Fertige Fördermaterialien | Standortbestimmungen und Förderaufgaben aus fertigen Angeboten. | Auswählen und ausdrucken |
| Adaptive Übung am Gerät | Ein Programm passt die Schwierigkeit an und wertet aus. | Einen Inhalt auswählen |
Zwei Angebote mit fertigen Materialien sind PIKAS, ein Angebot des Deutschen Zentrums für Lehrkräftebildung Mathematik mit forschungsbasierten und praxiserprobten Materialien, unter anderem zu Standortbestimmungen, und Mathe sicher können mit Diagnose- und Fördermaterialien zur Sicherung mathematischer Basiskompetenzen, für die Primarstufe für die Schuljahre 3 und 4.
Finden Sie zuerst heraus, welche Vorstellung hinter einem Fehler steht, und arbeiten Sie dann gezielt an genau dieser Vorstellung. Zehn Minuten am richtigen Punkt können mehr helfen als eine lange Übungsphase mit gemischten Aufgaben.
Beispiel Klasse 2: Zählen beim Zehnerübergang
Der Fehler. Bei 8 + 5 nennen mehrere Kinder 12. Sie zählen weiter und zählen die 8 dabei mit: „8, 9, 10, 11, 12“.
Im Unterricht. Eine Woche lang beginnt jede Stunde mit zehn Minuten am Zwanzigerfeld. Die Kinder legen 8, ergänzen bis zur 10 und legen den Rest dazu: 8 + 2 + 3. Danach wird die Aufgabe nur noch kurz gezeigt und im Kopf gelöst. Die Frage „Wie viele fehlen bis zur 10?“ wird zum Ritual.
Nachfragen. „Wie hast du gerechnet?“ zeigt, ob ein Kind noch zählt. Wer zählt, legt mit; wer zerlegt, rechnet ohne Material weiter. Mehr zum Thema steht auf der Seite Zehnerübergang in der Grundschule.
Beispiel Klasse 3: kleiner von größer
Der Fehler. Bei 52 − 27 rechnen mehrere Kinder 35. Sie ziehen an jeder Stelle die kleinere von der größeren Ziffer ab: 5 − 2 und 7 − 2.
Im Unterricht. Mit Zehnerstangen und Einerwürfeln legen die Kinder 52 und sollen 27 wegnehmen. Bei den Einern reicht es nicht, ein Zehner wird in zehn Einer getauscht. Danach rechnen sie schrittweise: 52 − 20 − 7. Ein Überschlag (50 − 30 = 20) und die Umkehraufgabe 35 + 27 = 62 zeigen, dass 35 nicht stimmen kann. Mehr dazu im Artikel Kleiner von größer subtrahieren.
Nachfragen. „Was ist mit den 7 Einern passiert?“ und „Prüf dein Ergebnis mit der Umkehraufgabe“ zeigen, ob das Kind den Tausch verstanden hat.
So hilft MatheZeit bei der Förderung im Unterricht
MatheZeit ist eine Lernplattform für den Mathematikunterricht der Grundschule. Während die Kinder üben, wertet MatheZeit jede Eingabe aus; die Diagnostik arbeitet regelbasiert und ist nachvollziehbar. Zusätzliche Testzeit braucht es dafür nicht.
Die Fehlvorstellung der Klasse. Einmal in der Woche prüft MatheZeit, ob sich in den falschen Antworten der Klasse eine verbreitete Fehlvorstellung zeigt, etwa „Beim Zehnerübergang wird der Übertrag vergessen“ oder dass bei der Subtraktion mit Übergang die kleinere von der größeren Ziffer abgezogen wird.
Die Förderkarte im Ablauf.
- Unter „Ergebnisse“ tippen Sie bei „Fehlvorstellungen in der Klasse“ auf den Hinweis. Die Förderkarte öffnet sich, „Nächster Hinweis“ blättert weiter.
- Sie lesen Beispiel und Hintergrund. Unter „Im Unterricht“ stehen Schritte, die Sie selbst mit der Klasse gehen können.
- Sie tippen auf „Passende Inhalte für die Tafel“. Vorgeschlagen werden MatheZeiten und Knobelbox-Aufgaben.
- Sie wählen aus und legen die Inhalte auf die Tafel der Klasse. Ob Sie den Hinweis aufgreifen, entscheiden Sie.
Auf der Startseite sammelt „Fehlvorstellungen“ die Hinweise aus allen Ihren Klassen. „Passender Vorschlag“ holt den Inhalt, der zum Fehler passt, im Stapel nach oben. Zum Nachschlagen sammelt die Bibliothek häufige Fehlvorstellungen nach Leitidee.
Übung, die sich anpasst. Das Basiscamp baut Rechenfertigkeiten Schritt für Schritt auf, für Klasse 2 etwa mit Abschnitten wie „Zehner und Einer“ und „Über den Zehner“. Es merkt sich für jedes Kind, welche Aufgabenarten es sicher kann; geschafft ist eine Übung erst, wenn mehrere Aufgaben hintereinander beim ersten Versuch und ohne Hilfe gelingen. Unter „Ergebnisse“ schlägt „Noch einmal auf die Tafel“ die Unterwelten vor, die noch nicht sitzen. Macht ein Kind einen Fehler, hilft der Lernassistent Mazio direkt in der Aufgabe, mit einer Rückfrage, mit Markierungen im Bild und bei Bedarf mit einem vorgegebenen Teilschritt. Die Lösung nennt er nicht.
Fertige Stundenideen. Im Regal unter „Sammlung“ gibt es Stundenideen mit Ziel, Ablauf in Phasen und passendem Material, von 10 Minuten bis zur Doppelstunde, filterbar nach Klasse und Dauer. „Alles auf die Tafel“ legt das ganze Material einer Idee auf einmal auf die Tafel. Einmal in der Woche erhalten Sie außerdem eine E-Mail mit zusammengefassten Angaben zu Ihren Klassen und Vorschlägen für die nächste Woche.
Ein Beispiel aus Klasse 3. Am Montag zeigt die Förderkarte einen Hinweis zur Subtraktion mit Übergang. Sie gehen die Schritte unter „Im Unterricht“ mit der Klasse in zwei kurzen Phasen am Stundenbeginn durch und legen danach eine der vorgeschlagenen MatheZeiten als Pflicht auf die Tafel, mit der Notiz „Prüft mit der Umkehraufgabe“. Die Kinder, die schon sicher sind, sind schnell durch.
Eine Lehrkraft aus der wissenschaftlichen Untersuchung schreibt: „Ich arbeite zurzeit mit zwei Parallelklassen an der MatheZeit und bin erstaunt, wie genau die Diagnostik die Klassen widerspiegelt. Ich freue mich über die Vorschläge zum Aufholen oder zur Vertiefung. Das erleichtert die Arbeit.“
Nächster Schritt. Wie das im Alltag aussieht, zeigt die Seite Eine Fehlvorstellung der Klasse aufgreifen, Hintergründe stehen im Artikel Wie MatheZeit Denkfehler der Klasse auswertet. An Startchancen-Schulen kann das Chancenbudget die Lizenz tragen, wenn die Maßnahme im Schulvertrag vorgesehen ist; Einzelheiten stehen auf der Seite MatheZeit für Startchancen-Schulen. Legen Sie unter kostenlos registrieren ein Konto an. Grundschulen in Bayern, Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Brandenburg können MatheZeit vorher kostenlos mit den Kindern erproben.
Häufige Fragen
Wie viel Zeit brauche ich für Förderung im Unterricht?
Oft reichen zehn Minuten am Stundenbeginn über eine bis zwei Wochen, wenn sie an genau der Vorstellung ansetzen, die den Fehler verursacht. Wichtiger als die Dauer ist, dass die Übung regelmäßig stattfindet und das Material die Struktur zeigt.
Wo finde ich fertiges Fördermaterial für Mathe in der Grundschule?
Zum Beispiel bei PIKAS, einem Projekt des Deutschen Zentrums für Lehrkräftebildung Mathematik, und bei Mathe sicher können. PIKAS stellt forschungsbasierte Materialien für den Mathematikunterricht der Grundschule bereit, Mathe sicher können Diagnose- und Fördermaterialien für die Schuljahre 3 und 4. Prüfen Sie jeweils die Nutzungsbedingungen der Anbieter.
Was zeigt mir MatheZeit nach einer Übungsphase?
Unter „Ergebnisse“ sehen Sie die Auswertung je MatheZeit und Level, wie viele Aufgaben im Basiscamp im ersten Versuch saßen und wo die Klasse in den fünf Leitideen steht. Zeigt sich eine Fehlvorstellung, öffnet ein Tipp auf den Hinweis die Förderkarte mit Schritten für den Unterricht.






